Jo Nesbø - Durst
Jo Nesbø - Durst
Literatur

Rezension – Durst von Jo Nesbø

In Zeiten des Online-Datings ist man nur einen Klick von seinem möglichen Traumpartner entfernt. Ebenso kann es aber sein, dass man sich mit seinem vermeintlich harmlosen Like direkt in die Arme seines Mörders begibt. Vorsicht ist geboten, vor allem nachdem man den Roman Durst gelesen hat, der einen fesselt, verstört und in die Psyche eines sehr kranken Serienkillers eintauchen lässt.

Zum Inhalt

„Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, ist aus dem Polizeidienst ausgestiegen. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann setzt ihn unter Druck und zwingt ihn in die Ermittlung. Da verschwindet eine weitere junge Frau, ausgerechnet die Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar muss sich der Wahrheit stellen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist.“

Klappentext – Durst von Jo Nesbø – erschienen im Ullstein Buchverlage GmbH

Zum Autor

Jo Nesbø wurde am 29. März in Oslo geboren, wo er auch heute lebt. Er ist nicht nur einer der erfolgreichsten Krimiautoren weltweit, sondern Musiker und Ökonom. Seinen Bekanntheitsstatus erlangte er vor allem durch die Romane um den exzentrischen und alkoholkranken Kommissar Harry Hole, der auch in Durst erneut auf der Bildfläche erscheint, wenn gleich er offiziell aus dem Polizeidienst ausgestiegen ist.

Mein Fazit

Wer wie ich gerne Krimis liest, kommt an den Büchern des norwegischen „Star-Schriftstellers“ Nesbø nicht vorbei. Als ich damals vor dem Regal stand, war die Dating-App Tinder in ihrer Aufblühphase und ich fand es lustig (damals noch ;)), ein Buch zu lesen, wo sich ein Mörder genau dort seine Opfer sucht. Das Buch ist dann dennoch einige Zeit ungelesen in meinem Bücherregal gestanden, bis ich es vor kurzem tatsächlich zu lesen begonnen habe, bzw. besser gesagt in Etappen und fast ausschließlich bei Tageslicht mir zu Gemüte geführt habe.

Wer gene Bücher oder Filme wie Das Schweigen der Lämmer sich ansieht, liest, der hat mit Durst mit Sicherheit die richtige Wahl getroffen und wird sogar auf eine noch höhere Stufe des Abscheulichen entführt. Man taucht tief in die Psyche eines verstörten, kranken Mannes und Serienkillers ein, wird Teil seiner Gedankengänge und erlebt quasi hautnahe seine Morde mit. Nesbø hat es geschafft, dass ich zwischen den Morden das Buch zur Seite legen musste, um noch einigermaßen gut schlafen zu können. Ich habe sogar vielen in meinem Familien- und Bekanntenkreis von manchen Passagen erzählt, weil ich es nicht fassen konnte, was ich gelesen hatte. Der Gruselfaktor hat mich zwar gepackt, aber dennoch zum Weiterlesen animiert. Ich wollte wissen, wie es weitergeht, ob der Mörder gefasst wird und auf welche Grausamkeiten er noch kommen wird. Der Leser wird zu einem Art Schaulustigen – man möchte die Morde nicht sehen, sieht aber trotzdem kurz hin und hofft auf ein gutes Ende.

Die Verwirrungen, die Abzweigungen und Verastelungen in der Geschichte waren spannend und kaum vorhersehbar. Der Autor hat es auf eine faszinierende Art und Weise geschafft, den Ermittlern Raum für ihre Nachforschungen und Jagd zu geben, viele Nebenhandlungen zu erzählen und gleichzeitig das Leben des Serienkillers zu beleuchten. Ich kann das Buch und den Autor nur empfehlen, werde aber selbst zukünftig wieder harmlosere Bücher lesen, da es mich zum Teil richtig verstört hat.



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